FEMALE ARTISTS
SINCE 1700
From the Old Masters to Contemporary Art / Von den alten Meisterinnen bis zur zeitgenössischen Kunst
14.8. – 19.12.2026
–
FEMALE ARTISTS SINCE 1700
Female Artists Since 1700 versammelt Werke von Künstlerinnen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart und zeigt die vielfältigen Beiträge von Frauen zur Kunst-, Kultur- und Wissensgeschichte. Anstatt einer chronologischen Erzählung folgt die Ausstellung thematischen Verbindungen und untersucht, wie Künstlerinnen über mehr als 300 Jahre hinweg Wissen geschaffen, Identitäten geprägt, Sichtbarkeit erlangt und die Sprache der Kunst erweitert haben. Durch überraschende Dialoge zwischen historischen Pionierinnen, modernen Ikonen und zeitgenössischen Positionen werden neue Perspektiven auf die Kunstgeschichte eröffnet. Die Ausstellung gliedert sich in drei Kapitel – Blumen & Pflanzen, Körper & Identität sowie Kunstgeschichte neu denken – und erzählt davon, wie Künstlerinnen die Welt beobachtet, interpretiert, hinterfragt und neu gestaltet haben.
Blumen & Pflanzen
Seit Jahrhunderten dienen Blumen, Pflanzen und natürliche Formen als Quelle von Wissen, Inspiration und künstlerischer Innovation. Dieses Kapitel vereint Künstlerinnen, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Natur auseinandersetzen und ihre Schönheit, Komplexität und Symbolkraft erforschen. Maria Sibylla Merian (1647–1717), Barbara Regina Dietzsch (1706–1783), Anna Peters (1843–1926) und Imogen Cunningham (1883–1976) stehen für eine Tradition genauer Beobachtung, in der sich Kunst und Wissenschaft begegnen. Ihre botanischen Studien und Naturdarstellungen zeugen von einer tiefen Auseinandersetzung mit der Pflanzenwelt und eröffnen neue Perspektiven auf die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Im 20. und 21. Jahrhundert verwandeln Künstlerinnen wie Yayoi Kusama (*1929), Xiao Hui Wang (*1957) und Saeko Ehara (*1985) florale und organische Motive in eigenständige Bildwelten. Während Kusama Blumen in universelle Symbole von Unendlichkeit, Wiederholung und Transformation überführt, verbindet Xiao Hui Wang in ihren fotografischen Arbeiten Natur, Spiritualität und menschliche Erfahrung zu poetischen Bildkompositionen. Saeko Ehara erweitert diese Tradition um digitale Technologien und schafft leuchtende Bildräume zwischen Natur, Fantasie und künstlicher Intelligenz. Über die Jahrhunderte hinweg zeigt dieses Kapitel, wie Natur immer wieder zum Ausgangspunkt künstlerischer Forschung, Imagination und Erneuerung wird – von wissenschaftlicher Beobachtung und botanischer Präzision bis hin zu fotografischen, immersiven und digitalen Visionen der Gegenwart.
Körper & Identität
Der Körper ist ein Ort persönlicher Erfahrungen, gesellschaftlicher Erwartungen und künstlerischer Selbstbestimmung. Künstlerinnen haben ihn genutzt, um Fragen nach Identität, Erinnerung, Geschlecht, Schönheit, Verletzlichkeit, Freiheit und Sichtbarkeit zu verhandeln. Von den intimen Fotografien Nan Goldins (*1953), den autobiografischen Arbeiten Tracey Emins (*1963) und den psychologisch aufgeladenen Bildwelten Marlene Dumas’ (*1953) zeigt dieses Kapitel, wie Künstlerinnen den Körper als Träger persönlicher und gesellschaftlicher Geschichten begreifen. Arvida Byström (*1991), Sophie Calle (*1953), Nadya Tolokonnikova (*1989), Tamara de Lempicka (1894–1980) und Niki de Saint Phalle (1930–2002) erweitern diese Fragestellungen um Themen wie Weiblichkeit, Selbstinszenierung, Sexualität, Widerstand und gesellschaftliche Sichtbarkeit. Ihre Werke hinterfragen kulturelle Erwartungen, gesellschaftliche Normen und traditionelle Rollenbilder und zeigen, wie Identität fortwährend zwischen persönlicher Erfahrung und öffentlicher Wahrnehmung ausgehandelt wird. Gemeinsam verdeutlichen diese Positionen, wie Vorstellungen von Identität und Selbstbestimmung über Generationen hinweg immer wieder neu formuliert und hinterfragt werden.
Kunstgeschichte neu denken
Kunstgeschichte ist kein abgeschlossenes Narrativ, sondern ein fortlaufender Prozess der Erweiterung und Neubewertung. Dieses Kapitel widmet sich Künstlerinnen, die bestehende Sehgewohnheiten herausforderten, neue Bildsprachen entwickelten und bis heute prägen, wie Kunstgeschichte geschrieben und verstanden wird. Lill Tschudi (1911–2004), Verena Loewensberg (1912–1986), Méret Oppenheim (1913–1985), Vera Molnar (1924–2023) und Rosemarie Trockel (*1952) entwickelten jeweils eigenständige künstlerische Positionen, die die Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks erweiterten und die Grenzen moderner und zeitgenössischer Kunst neu definierten. Mit ihren dynamischen Linolschnitten brachte Lill Tschudi die Geschwindigkeit und den Wandel der Moderne in eine kraftvolle grafische Form. Verena Loewensberg gehörte zu den wichtigsten Vertreterinnen der konkreten Kunst in der Schweiz, während Vera Molnar als Pionierin der computergenerierten Kunst neue Wege zwischen mathematischen Systemen und künstlerischer Intuition eröffnete. Méret Oppenheim erweiterte mit ihren surrealistischen Objekten die Grenzen zwischen Realität, Traum und Imagination, und Rosemarie Trockel hinterfragt mit ihren konzeptuellen und materialbasierten Arbeiten traditionelle Vorstellungen von Kunst, Handwerk und Autorschaft. Ob grafische Abstraktion, geometrische Ordnung, computergestützte Systeme, surrealistische Transformationen oder experimentelle Materialität – ihre Werke zeigen, wie Künstlerinnen die Geschichte der Moderne und Gegenwartskunst nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet haben. Durch die Verbindung historischer Pionierinnen, international anerkannter Ikonen und zeitgenössischer Positionen lädt Female Artists Since 1700 dazu ein, Kunstgeschichte aus einer erweiterten Perspektive zu betrachten und den nachhaltigen Einfluss von Künstlerinnen auf die Entwicklung visueller Kultur neu zu entdecken.
FEMALE ARTISTS SINCE 1700
Female Artists Since 1700 brings together works by women artists from the seventeenth century to the present day, highlighting the diverse contributions women have made to the histories of art, culture, and knowledge. Rather than following a chronological narrative, the exhibition explores how women artists have produced knowledge, shaped identities, challenged systems of visibility, and expanded the language of art across more than 300 years. Through thematic connections, historical pioneers, modern icons, and contemporary voices enter into dialogue with one another, revealing unexpected relationships across time and place. Spanning more than three centuries, the exhibition unfolds through three chapters: Flowers & Plants, Body & Identity, and Reimagining Art History. Together, they tell the story of how women artists have observed, interpreted, questioned, and transformed the world around them.
Flowers & Plants
For centuries, flowers, plants, and natural forms have served as sources of knowledge, inspiration, and artistic innovation. This chapter brings together women artists who engage with nature in different ways, exploring its beauty, complexity, and symbolic power. Maria Sibylla Merian (1647–1717), Barbara Regina Dietzsch (1706–1783), Anna Peters (1843–1926), and Imogen Cunningham (1883–1976) represent a tradition of close observation in which art and science intersect. Their botanical studies and depictions of nature reflect a profound engagement with the plant world while opening new perspectives on the relationship between humanity and nature. In the twentieth and twenty-first centuries, artists such as Yayoi Kusama (*1929), Xiao Hui Wang (*1957), and Saeko Ehara (*1985) transform floral and organic motifs into distinctive visual worlds. While Kusama turns flowers into universal symbols of infinity, repetition, and transformation, Xiao Hui Wang combines nature, spirituality, and human experience in poetic photographic compositions. Saeko Ehara extends this tradition through digital technologies, creating luminous environments that exist between nature, imagination, and artificial intelligence. Across the centuries, this chapter demonstrates how nature continues to inspire artistic research, imagination, and renewal—from scientific observation and botanical precision to photographic, immersive, and digital visions of the contemporary world.
Body & Identity
The body is a site of personal experience, social expectation, and artistic self-determination. Women artists have used it to explore questions of identity, memory, gender, beauty, vulnerability, freedom, and visibility. From the intimate photographs of Nan Goldin (*1953), the autobiographical works of Tracey Emin (*1963), and the psychologically charged imagery of Marlene Dumas (*1953), this chapter reveals how artists have understood the body as a bearer of personal and collective narratives. Arvida Byström (*1991), Sophie Calle (*1953), Nadya Tolokonnikova (*1989), Tamara de Lempicka (1894–1980), and Niki de Saint Phalle (1930–2002) expand these themes through their investigations of femininity, self-representation, sexuality, resistance, and social visibility. Their works challenge conventions, question cultural expectations, and explore how identity is continuously negotiated between private experience and public perception. Together, these artists demonstrate how ideas of identity and selfhood have been continually redefined and challenged across generations.
Reimagining Art History
Art history is not a fixed narrative but an ongoing process of revision and expansion. This chapter is dedicated to artists who transformed visual language, challenged established ways of seeing, and continue to shape how art history is written and understood today. Lill Tschudi (1911–2004), Verena Loewensberg (1912–1986), Méret Oppenheim (1913–1985), Vera Molnar (1924–2023), and Rosemarie Trockel (*1952) each developed distinctive artistic vocabularies that expanded the possibilities of artistic expression and redefined the boundaries of modern and contemporary art. Through dynamic linocuts, Lill Tschudi captured the energy and transformation of modern life. Verena Loewensberg became one of the leading figures of Swiss Concrete Art, while Vera Molnar pioneered computer-generated art, exploring the relationship between mathematical systems and artistic intuition. Méret Oppenheim expanded the boundaries between reality, dream, and imagination through her surrealist objects, and Rosemarie Trockel questions traditional ideas of art, craft, and authorship through conceptual and material experimentation. Whether through graphic abstraction, geometric order, computational systems, surrealist transformation, or experimental materiality, these artists demonstrate how women have not only participated in the history of modern and contemporary art but have actively shaped its development. By bringing together historical pioneers, internationally recognised icons, and contemporary positions, Female Artists Since 1700 invites visitors to reconsider art history from a broader perspective and to recognise the enduring influence of women artists on the evolution of visual culture.
NEUER STANDORT NEW LOCATION
Neue Adresse | new address Mühlenplatz 8, 3011 Bern
Telefon | phone +41 (0) 79 502 01 53
Email | email mail@galerieglaab.com
NEUE ÖFFNUNGSZEITEN NEW HOURS
Montag geschlossen | Monday closed
Dienstag 12 – 17 Uhr | Tuesday 12 – 5 pm
Mittwoch nach Vereinbarung | Wednesday by appointment
Donnerstag 14 – 20 Uhr | Thursday 2 – 8 pm
Freitag 12 – 17 Uhr | Friday 12 – 5 pm
Samstag 12 – 17 Uhr | Saturday 12 – 5 pm
